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Occupato- eine 3- Tage- Galerie Julia Aatz Juliana Hümpfner Vera Kattler Natalie Kolaric Etwa sechs Wochen vor dem Ausstellungstermin besetzten (okkupierten) wir die leerstehenden Räumlichkeiten der ehemaligen „Top Finanz“ im Völklinger Cityhaus. Wir beschlossen in dem repräsentativen Raum im Erdgeschoss eine konventionelle Galeriesituation zu erzeugen und in den oberen Räumen den Entstehungsprozess unserer Arbeiten sichtbar zu machen. In der Vorbereitungszeit fuhren wir so oft wie möglich nach Völklingen, um die Stadt und ihre Bewohner besser kennen zu lernen. Wir gingen an verschiedene Stellen in der Innenstadt, zeichneten Passanten, beobachteten und fotografierten oder arbeiteten in „unserer“ Galerie. Julia Aatz: Meine Eindrücke setzte ich im Atelier der Kunsthochschule bildnerisch um. Besonders interessierte mich die ältere Bevölkerung der Stadt, der man an vielen Orten begegnete. Alte Frauen bei ihrem täglichen Treffen auf Bänken, Neuigkeiten austauschend, einsame Menschen in Gedanken versunken, auf ihrem Weg innehaltend, um Kraft zum Weitergehen zu sammeln. Menschen, die ich nicht kannte, denen ich vielleicht nur einmal, nur für einen Moment begegnete. Die Flüchtigkeit des Momentes versuchte ich durch schnellen, spontanen Farbauftrag aufzuzeigen, die Farbe nur partiell verdichtet, fließend, an manchen Stellen den Untergrund durchscheinen lassend. Der Mensch ist zum Teil schon wieder verschwunden, ähnlich wie in lange belichteten Fotografien. Die im Rahmen des YTIC- Projektes entstandenen Gemälde unterscheiden sich dabei stark von den vorher gemalten Bildern, die zum Teil sehr genau ausgearbeitet sind. In diesen ging es mir darum Momenten gerade durch diese Ausarbeitung neue Bedeutung und Gewichtung zu verleihen. Auch malte ich zuvor Bekannte und Freunde, wobei mir vor allem die Sichtbarmachung der Charaktere wichtig war. Für mich war das YTIC- Projekt eine Bereicherung. Besonders interessant fand ich das Arbeiten in der Gruppe, zu sehen wie unterschiedlich die Einzelnen mit der gestellten Thematik umgingen, sowie die Entwicklungsprozesse und Ergebnisse mitzuverfolgen. Die Stadt Völklingen mit ihrer ständig sinkenden Einwohnerzahl, den unzufriedenen, unausgeglichenen Jugendlichen, den vielen alten Menschen, den leerstehenden Gebäuden und Ladenlokalen empfand ich hingegen als sehr deprimierend und trostlos. |
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